Wir möchten in dieser Rubrik einen Einblick über die historische Entwicklung unseres Unternehmens geben. Wir sind sehr stark mit Darmstadt verbunden, im besonderen mit unserem Stadtteil Bessungen. Über Anregungen, Anekdoten und Bildmaterial würden wir uns sehr freuen.

Unser Großvater August Dechert wurde 1905 in Bessungen geboren. Unsere Familie war eine alte Bessunger Arbeiterfamilie und lebte bereits seit 1760 in diesem Stadtteil. Ursprünglich wohnte unsere Familie in der Weinbergstraße und zog um die Jahrhundertwende in die Ludwigshöhstraße.

August Dechert war von kleinauf ein sehr aktives Kind. Als erster in der Familie wollte er die Arbeitertradition brechen und absolvierte 1921 eine Bankausbildung. Durch die Weltwirtschaftskrise verlor er wie soviele in dieser Zeit seinen sichergeglaubten Arbeitsplatz bei der Bank.

1927 starb unser Urgroßvater und August Dechert wurde zum Alleinverdiener in der Familie. In dieser schwierigen und turnulenten Zeit wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit.

Start mit Fahrrad-Ersatzteilen

Am Wohnhaus in der Ludwigshöhstraße stand eine kleiner "Schuppen". Dort begann unser Großvater mit dem Verkauf von Fahrradersatzteilen.

Im Zeichen der Mobilität

August Dechert erkannte die Zeichen der Zeit und setzte auf die neue Mobilität. Ausgestattet mit dem Fachbuch "Der Automechaniker" lernte er in Eigenregie alles über das Thema Auto. Zuerst nahm er Ersatzteile und Verbrauchsstoffe für Autos in sein Sortiment auf.

1929 riss er den Schuppen ab und baute an das Wohnhaus eine Garage an. In dieser Garage konnte er sein Produktsortiment besser präsentieren und schaffte sich dort die Möglichkeit KFZ-Reparaturen anzubieten.

Grundlagen für ein neues Geschäftsmodel

1929 kaufte August Dechert einen Unfallwagen und reparierte ihn in seiner neuen Werkstatt. Nach Fertigstellung erwarb er die Lizenz für ein Taxiunternehmen.

1934 erweiterten unsere Großeltern das Leistungsspektrum. Neben dem Teilehandel, Werkstatt und Taxiunternehmen errichteten sie die erste Tankstelle in Bessungen. Sie modernisierten das Grundstück und spezialisierten sich auf den Bereich Kraftfahrzeuge.

Anna und August Dechert waren nicht nur Privat ein Paar. Unsere Großmutter war sehr stark am geschäftlichen Erfolg beteiligt.

Erster Kontakt mit dem Bestatterberuf

Trauerzug Großherzog

1937 half August Dechert seinem Nachbarn und guten Freund Herr Wittmann bei der Erstellung einer Trauerrede, die er für einen Arbeitskollegen halten sollte. Als gelernter Bankkaufmann war er wortgewandt und konnte dies auch niederschreiben. Dies sollte sein erster Kontakt mit dem Bestattungswesen sein.

Als im Oktober der Großherzog Ernst Ludwig unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit zu Grabe getragen wurde, wunderten sich unsere Großeltern, daß solch ein modern eingestellter Mensch mit einer Pferdekutsche durch Darmstadt gefahren wird.

Erster Bestattungskraftwagen

August Dechert baute nun den ersten Bestattungskraftwagen im Landkreis Darmstadt-Dieburg und stellte diesen anderen Bestattungsunternehmen zur Verfügung. Damit erweiterte er sein Angebot im Bereich der Mietfahrzeuge und legte den Grundstein für ein eigenes Bestattungsunternehmen.